Lösungsvermittlung Lenzburg

installation: dishwashing liquid, primed glass, metal tables, wine and water glasses

2017

with special thanks to residents of Lenzburg, the whole Günther team, Fabio Colledani

Scheinbar wertlose Dinge des Alltags, denen man kaum Beachtung schenkt oder zu denen gar ein negatives Verhältnis besteht, stehen im Zentrum des Schaffens von Daniela P. Meier.

 

Die Künstlerin trat in den letzten zwei Wochen mit den BewohnerInnen von Lenzburg in Kontakt und bot ein ungewöhnliches Tauschgeschäft an: für ein angebrochenes Geschirrspülmittel gibt es ein von der Künstlerin hergestelltes, neutral verpacktes Spülmittel inklusive Anleitung zum selber produzieren. ( -> Das Spülmittel ist im Art-Shop erhältlich)

 

Daniela P. Meier möchte mit der simplen Fragen nach dem Spülmitteltausch einen neuen Blick auf das alltägliche, banale Produkt ermöglichen und eine Auseinandersetzung mit dem Gegenstand bewirken. Der Titel der Arbeit spielt einerseits auf den gleichnamigen Inhaltsstoff industriell gefertigter Spülmittel an, wie auch auf die Tätigkeit der Künstlerin, welche durch das eigens hergestellte Spülmittel mit Anleitung eine Möglichkeit zeigt, weniger von industriell gefertigten Produkten und den entsprechenden Grosskonzernen abhängig zu sein.

 

Die insgesamt 52 getauschten Abwaschmittel inszeniert die Künstlerin, indem sie diese während mehreren Tagen mit geöffnetem Deckel auf umgedrehten Trink- und Weingläsern liegend über Glasplatten positioniert. Dadurch fliesst das Abwaschmittel allmählich auf die Platten. Unkontrolliert vermischen sich die verschiedenfarbigen Flüssigkeiten und nehmen stetig mehr Fläche ein. Es entstehen flächige Spülmittel-Gebilde, welche sich durch ihre Farbverläufe und die sich allmählich verändernde Oberflächenbeschaffenheit auszeichnen.

 

Der Prozess wird auf vier Glasplatten sichtbar gemacht, die sich in unterschiedlichen Stadien befinden und sich im Laufe der Ausstellung noch verändern. Zum Schluss wird das Spülmittel in Flaschen abgefüllt und somit das Werk in den Zustand des Verbrauchsgegenstands zurückversetzt.

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Führt die regressive Kunst- und Kulturförderung zu einem mangelnden Verständnis für die Kunst und einem unsensiblem Umgang damit?

 

Diese Frage stellt sich die Künstlerin, als ein Partygast ihr Werk in der Nacht vom 8. September verunstaltet. Daraufhin baute die Künstlerin die Installation frühzeitig ab. Als Platzhalter für die Arbeit steht die Bodenmarkierung mit den ertauschten Spülmitteln.

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Anleitung zum Herstellen von Abwaschmittel 

2017_7bis17Sept_GuckmalGuentherKunst-Len

Ausstellungsprogramm, Grafik: Jan Eichenberger